Psychoanalyse / analytische Psychotherapie

in Berlin-Charlottenburg

Was ist Psychoanalyse?

Psychoanalyse und analytische Psychotherapie gehören zu den psychodynamischen Verfahren. Ihr zentraler Ausgangspunkt ist die Annahme, dass verborgene Wünsche, Ängste, Konflikte und Beziehungserfahrungen unser Denken, Fühlen und Handeln stärker beeinflussen, als uns bewusst ist.

Viele seelische Beschwerden entstehen nicht isoliert im Hier und Jetzt. Häufig werden aktuelle Belastungen durch frühere Erfahrungen – bewusst oder unbewusst – mitgeprägt. Alte Beziehungsmuster, innere Überzeugungen oder verdrängte Gefühle können sich in gegenwärtigen Beziehungen, im beruflichen Leben oder im Umgang mit sich selbst wiederholen.

Wiederkehrende innere Muster

Oft zeigt sich das darin, dass bestimmte Gefühle, Gedanken oder Reaktionen immer wieder auftreten – etwa plötzlich in starke Selbstzweifel zu geraten, sich innerlich zurückzuziehen, sich schnell gekränkt zu fühlen oder unerwartet angespannt oder leer zu erleben – ohne dass genau verständlich ist, wodurch sie ausgelöst werden oder warum sie sich so hartnäckig halten.

Solche Muster können sich vertraut anfühlen und zugleich schwer beeinflussbar sein.

In der psychoanalytischen Arbeit können solche Zusammenhänge schrittweise verstehbar werden – auch dort, wo sie zunächst noch schwer in Worte zu fassen sind.

Weiterführende Informationen zu wiederkehrenden Mustern finden Sie im Bereich Wissenswertes.

Wie wird in der Psychoanalyse gearbeitet?

Rahmen und Setting

Die Sitzungen finden in der Regel mehrmals wöchentlich statt. Sie erfolgen im Liegen auf der Couch oder im Sitzen.

Die Behandlung ist in der Regel längerfristig angelegt und erstreckt sich häufig über mehrere Jahre.

Die regelmäßige und verlässliche Teilnahme bildet dabei eine wichtige Grundlage für den therapeutischen Prozess.

Freies Sprechen und gemeinsames Erkunden

Sie sind eingeladen, alles auszusprechen, was Ihnen in den Sinn kommt – Gedanken, Gefühle, Erinnerungen oder Träume, unabhängig davon, ob es Ihnen zunächst wichtig, unwichtig, klar oder widersprüchlich erscheint.

Gerade das scheinbar Ungeordnete – Gedankensprünge, Pausen oder das Stocken im Sprechen – kann dabei Hinweise auf innere Zusammenhänge geben, die zunächst nicht bewusst zugänglich sind.

Im gemeinsamen Erkunden kann allmählich ein besseres Verständnis dafür entstehen, was das eigene Erleben prägt und welche Gedanken, Gefühle oder Absichten andere Menschen bewegen. Diese Fähigkeit wird in der Psychologie als Mentalisieren bezeichnet. Sie kann dazu beitragen, das eigene Erleben und das anderer Menschen besser einzuordnen.

Wirkung und Veränderung

Eine Psychoanalyse ist eine intensive und zeitlich länger angelegte Behandlung. Sie erfordert Engagement, Geduld und die Bereitschaft, sich auch schmerzhaften Erfahrungen zuzuwenden.

Dabei kann es vorübergehend zu einer Verstärkung von Gefühlen oder Symptomen kommen. Wenn eine seelische Wunde berührt wird, wird sie zunächst spürbarer. Solche Krisen können Teil des psychoanalytischen Prozesses sein und sind häufig Ausdruck einer tiefergehenden Veränderung.

Eine erfolgreiche Analyse führt nicht zu „Immunität“ gegenüber Lebenskrisen. Sie kann jedoch zu größerer innerer Freiheit, emotionaler Stabilität und einer differenzierteren Selbstwahrnehmung beitragen.

Daraus können neue Handlungsspielräume entstehen und die Möglichkeit, sich im eigenen Erleben und Handeln freier zu entscheiden.